Vom Rohteil zum einbaufertigen Bauteil.

Fachkräftemangel, steigende Lohnkosten, sinkende Losgrößen und zunehmend gestörte globale Lieferketten verlangen neue lokale Produktionskonzepte. Unternehmen benötigen heute keine isolierte Maschinenautomation mehr, sondern durchgängige Prozesse mit möglichst wenig manuellen Eingriffen.

Die eigentliche Zerspanung macht in vielen Fertigungen nur einen Teil der gesamten Durchlaufzeit aus. Zwischen Bearbeitung, Entgraten, Waschen, Messen und Kennzeichnen entstehen unnötige Transporte, Wartezeiten und manuelle Eingriffe. Genau hier setzt die gemeinsame Lösung von WASSERMANN TECHNOLOGIE und JTA Connection an.

Anders als klassische Werkstückautomation verarbeitet die Anlage auch Kleinserien mit Losgrößen unter zehn Stück. Rohteile werden direkt aus Gitterboxen entnommen, automatisch erkannt und vollständig bis zum einbaufertigen Bauteil bearbeitet.

Und das sind die Effekte, die sich mit einer ganzheitlichen Automatisierung erzeugen lassen:

  • Drastisch kürzere Durchlaufzeiten
  • Platzsparend durch Abbau von platzintensiven Zwischenlagern 
  • Minimierte Handlingkosten durch einmaliges Erfassen im Gesamtprozess
  • höhere Laufzeiten durch mannlose Schichten und Nutzung der Wochenenden 
  • vorrausschauender Ressourcencheck vermeidet ungewollte Stillstände                 
  • Unterstützung fabrikübergreifender Digitalisierung durch integrierten Zellenrechner 
  • Zum Nachrüsten auch bei Bestandsmaschinen

WORK-S TERMINAL als Speichereinheit für vorgerüstete Werkstücke

Um Rüstzeiten zu minimieren und mannlose Schichten zu ermöglichen, verfügt die vorgestellte Automationszelle über einen WASSERMANN Palettenrundspeicher mit 6 Palettenplätzen und einer hauptzeitparallelen Rüststation. Durch die Teleskopgabeln im Handhabungsgerät kann der WORK-S besonders platzsparend ausgeführt werden. Transfergewichte von 300/400/800 kg sind verfügbar. Die Verwaltung und Bedienung der Einheit erfolgt über die zentrale Nexus Steuerung.

Roboter mit einfacher Teachin Programmierung

Für alle Handhabungsaufgaben außerhalb des Palettenspeichers wird von JTA Connection ein 6 Achsroboter von Fanuc in die Zelle integriert. Er verfügt über mehrere Greiferzangen, die in einem Magazin zum vollautomatischen Austausch abgelegt werden. Damit wird das Umrüsten auf die Handhabung unterschiedlicher Werkstücke in weniger als 1 Minute möglich.

Für die automatische Entnahme von Teilen aus der Gitterbox verfügt der Roboter über ein Kamerasystem mit zusätzlicher von JTA entwickelter Spezialsoftware, um die Teile auch bei unkoordinierter Lage sicher erkennen zu können.

Bei Einfahren eines neuen Bauteils erfolgt die Programmierung des Roboters über leicht verständliche Teachin Schritte, die der Betreiber ohne Hilfe des Herstellers selbst ausführen kann.

Neben dem Be- und Entladen der Vorrichtungen auf der Rüststation werden innerhalb der Zelle auch alle anderen Handhabungsvorgänge von dem Roboter ausgeführt. Dabei ist das Spannen und Entspannen der Vorrichtungen durch ein am Roboter integriertes Schraubmodul umgesetzt. Dies beinhaltet das Beschicken der Entgrat- Mess-, Wasch- und Markierungsstation. Damit wird ein vollautomatischer Prozess erreicht, an dessen Ende Werkstücke stehen, die direkt zur Montage in das Endprodukt verwandet werden können.

Anbindung an die Intralogistik

Werkstücke, die den Gesamtprozess in der Fertigungszelle durchlaufen haben, werden vom Roboter in geschichteter Lage in Fertigteilbehältern abgelegt.

Für die Weiterverarbeitung in der Fabrik, z.B. zum Lackieren oder Montieren, kann das Abholen der Bauteile mittels AMR/AGV oder manuell über einen Gabelstapler erfolgen. Für die Versorgung mit Rohteilbehältern und den Abtransport von Fertigteilgebinden löst die NEXUS Steuerung vollautomatisch entsprechende Abrufe aus, um einen kontinuierlichen Produktionsbetrieb in mannlosen Schichten sicherzustellen.

Intelligente NEXUS Zellensteuerung als Bindeglied

Vorausschauend Fertigung planen und notwendige Ressourcen checken ist eine wichtige Voraussetzung um ungewollte Stillstände zu vermeiden. Dies gilt umso mehr, wenn Kleinstaufträge in beliebiger Reihenfolge den Fertigungsalltag bestimmen.

Die NEXUS Steuerung übernimmt die Funktion Fertigungsaufträge einzusteuern und prüft dabei gleichzeitig, ob alle notwendigen Produktionsmittel in der Zelle verfügbar sind. Mit diesem Schritt wird schon beim Anlegen eines neuen Auftrages sichtbar ob die Bauteile komplett fertig bearbeitet werden können oder ob z.B. ein Schwesterwerkzeug oder ein CNC-Programm nachzuladen sind. Dieser Ressourcencheck ist eine wichtige Voraussetzung um einen hohen Nutzungsgrad in dem Gesamtsystem zu erreichen.

Akzeptanz entsteht durch intuitive Bedienbarkeit. Genau darauf ist die Nexus-Steuerung ausgelegt: mit einer klar strukturierten Menüführung, intelligenter Unterprogrammtechnik und sinnvoll verknüpften Dropdown-Funktionen.

Ob neue Bauteile angelegt oder bestehende Werkstücke erneut gefertigt werden – die Steuerung bietet jederzeit einen direkten und schnellen Zugriff auf alle relevanten Funktionen.

Mit standardisierten Schnittstellen wie OPC UA wird die Verknüpfung zu anderen IT-Systemen in dem Unternehmen erreicht. So ist eine durchgehende Digitalisierung in jedem Fall sichergestellt

Fazit

Die Zukunft der Automatisierung endet nicht mehr an der Werkzeugmaschine. Erst wenn Bearbeitung, Entgraten, Waschen, Messen, Kennzeichnen und Intralogistik zu einem durchgängigen Prozess verschmelzen entsteht das volle wirtschaftliche Potenzial. Genau diesen Ansatz präsentieren WASSERMANN TechnoTECHNOLOGIE und JTA Connection auf der AMB 2026 live.

Sie finden uns in der Oskar Lapp Halle (Halle 6), Stand Nr. 6D30.